Musik und Tanz

Tango Tanzen

Januar 12th, 2008

Der Tango hat seine Ursprünge Mitte des 19. Jahrhunderts in Südamerika. Einwanderer, Kreolen und Schwarze tanzten in den Kneipen, Tanzsälen, auf Tanzfesten und auf der Straße Walzer, Polka, Mazurka und Habanera. Aus diesem Mix urbaner Musik mit den ländlichen Gesängen der Gauchos entstand die Milonga. Um 1880 begann man in Buenos Aires auch zu dieser Musik zu tanzen. Später verlangsamte sich dieses leichte, fröhliche Lied zum ernsteren Tango, der die durch die damalige hohe Arbeitslosigkeit bedingte soziale Not und den Liebeskummer besang. Violine, Gitarre und Flöte waren zunächst die Standardinstrumente der durch Kneipen und Straßen ziehenden Musiker in den Hafenvierteln und Vorstädte von Bueonos Aires und Monte Video. In einem Milieu von Arbeitslosigkeit, Kleinkriminalität und Prostitution wurde der Tango zum Ausdruck existentieller Not und menschlicher Einsamkeit. In der argentinischen Oberschicht galten der neue Tanz und die Musik, aufgrund ihres Ursprungs zunächst als Ausdruck von Verkommenheit und Verarmung.
Ab 1910 wurde der internationale Tango in Europa populär. Die oft stilisiert ästhetisch und schwungvoll wirkenden Figuren des modernen Tangos als Turniertanz haben mit dem ursprünglichen melancholischen Ausdruck des Tanzes der früheren Elendsviertel von Bueonos Aires nichts mehr gemeinsam.
Obwohl es sich bei dem heutigen Tango Argentino um einen Improvisationstanz handelt, hat sich eine Vielzahl von Tanzelementen herausgebildet. Die Grundelemente des Tango Argentino sind zunächst einfaches Gehen, das “Caminar“, Stopps und Drehungen. Argentinische Tangolehrer entwickelten als gliederndes Grundelement eine Schrittkombination, die sie “Base“ genannt haben: sie besteht aus acht Schritten bzw. Positionen entsprechend den acht Zählzeiten eines Liedteiles.
Typische Merkmale des Tanzes sind die so genannten “Achten“ bzw. “Ochos”, die vor allem von den Frauen getanzt werden. Dabei zeichnen die Füße der Tänzerin auf dem Boden eine Acht. Diese Acht kann in Vorwärts- wie Rückwärtsrichtung getanzt werden. Drehungen (“Giros“ oder “Molinetas“) sind ebenfalls sehr beliebt. Weitere Elemente sind die Bein-Haken in der Luft und die Bein-Haken am Partner, mit denen die Bewegungsrichtung schwungvoll geändert wird. Alle Tanz-Elemente werden immer in Bezug zur Musik interpretiert. Viele Tangostücke weisen Rhythmuswechsel auf. Diese unterschiedlichen Tempi gilt es geschickt umzusetzen, wobei gleichzeitig auf den Partner eingegangen werden muss.

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