Calypso
So sehr der rhythmische Calypso heutzutage wieder an Aktualität erfährt, so ist er doch von seiner Entwicklung her einer der ältesten modernen Tänze – er ist über 100 Jahre alt!
Seine Ursprünge hat der Tanz zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den britischen und französichen Inseln der Karibik. Die Entsehung des Calypso geht auf afrikanische Sklaven zurück, denen das Sprechen von den Plantagenbesitzern verboten wurde. So kommunizierten die Sklaven mit Hilfe von Gesängen, die in den verschiedenen Musikstilen der Kolonialmächte schließlich musikalisch ihren Nährboden fanden. Insbesondere auf Trinidad und Tobago entwickelten sich sogenannte Calypsowettbewerbe, die während der Karnevalszeit ausgetragen wurden. Erste Musikaufnahmen enstanden 1914 und verbreiteten den Calypso. Den Schwarzen wurde wegen des Verdachtes auf Verbreitung von Verschwörung bald auch der Calypso verboten, was zur Folge hatte, dass auf Trinidad die berühmten Steeldrums erfunden wurden, denn die bis dahin gebrauchten Rhythmusinstrumente waren ebenfalls verboten. So wurde weltweit ein unverwechselbarer Stil erfunden, der in Trinidad seinen Ursprung hat und bis heute auf der ganzen Welt getanzt und gesungen wird.
Die ersten erfolgreichen Calypso-Musiker waren “Attila the Hun”, “Roaring Lion” und “Lord Invader”. 1944 wurde “Rum and Coca Cola” ein von den Andrews Sisters interpretiertes Original von Lord Invader ein weltweiter Hit.
Das berühmteste Calypsostück ist das 1956 vertonte jamaikanische Volkslied “Banana Boat Song” von Harry Belafonte.
Die charakteristischen Merkmale des Calypso als Tanz sind die Bewegungen des Körpers und die Rhythmusbetonungen in den Knien. Eine Variante ist der Jump-up, der auf engstem Raum bei Karnevalsfeiern getanzt werden konnte und so heute auch noch praktiziert wird. Da Calypso kaum standardisierte Schrittfolgen hatte, wurde er in den 50er Jahren bald nicht mehr getanzt – bis zu seinem Come-Back in jüngster Zeit.