Polka Tanzen
Die Polka ist ein schneller Volkstanz im lebhaften bis raschen Tempo. Die Polka wird nach einfacher Musik im Zweivierteltakt getanzt und besteht aus drei bis vier Reprisen zu 8, 12 oder 16 Takten, wobei die Bewegungen sind sehr schnell sind. Der Name bedeutet sowohl aus dem Tschechischen als auch aus dem Polnischen übersetzt “Polin”. Bis 1835 hieß der Tanz “Pulka” (=Hälfte) und wurde wurde dann in “Polka” umgetauft – man vermutet damalige Sympathien für die seinerzeit unterdrückten Polen dahinter. Ein Vorläufer der Polka im Tschechischen Volkstanz ist die „Nimra“. Die Grundform ist eine Folge von Wechselschritten (kurz-kurz-lang) mit Betonung auf dem ersten Kurzschritt, also abwechselnd auf dem linken und rechten Fuß. Ursprünglich wurde dieser Wechselschritt in Böhmen mit einem Hüpfer eingeleitet, in deutschen Regionen wurde er mit einem Hüpfer abgeschlossen. Die meist beschwingt anmutende Polka hat zum Thema oft einen melancholischen Hintergrund beispielsweise von einer verlorenen Liebe. Die Melancholie steckt in den Harmonien, der fröhliche Rhythmus hält durch den Tanz dagegen.
In Österreich gibt es innerhalb der Polka-Tanzstile einige Varianten. So gibt es die langsame Polka Franze mit einem Hüpfschritt nach dem Wechselschritt, die etwas schnellere Böhmische Polka, ebenfalls mit einem Hüpfer nach dem Wechselschritt, der Polka im mittleren Tempo ohne Hüpfer und die Schnellpolka ohne Hüpfschritt.
In der Lausitz und im Spreewald erfreut sich die sogenannte Annemarie-Polka großer Beliebtheit, bei der die Geschwindigkeit zunimmt und die Paare immer schneller tanzen müssen.
In den USA werden im “Polka Belt” zwischen Milwaukee und Texas regelmäßige Volksfeste europäischer Einwanderer zelebriert, auf denen die Polka-Tänze ein große Rolle spielen und alte Traditionen kultiviert werden. Im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet entstand eine besonderen Form der Polka, der sogenannte Conjunto, bei dem Trillerpfeifen schnelle Akkordeonklänge begleiten.