Musik und Tanz

Polka Tanzen

Dezember 28th, 2007

Die Polka ist ein schneller Volkstanz im lebhaften bis raschen Tempo. Die Polka wird nach einfacher Musik im Zweivierteltakt getanzt und besteht aus drei bis vier Reprisen zu 8, 12 oder 16 Takten, wobei die Bewegungen sind sehr schnell sind. Der Name bedeutet sowohl aus dem Tschechischen als auch aus dem Polnischen übersetzt “Polin”. Bis 1835 hieß der Tanz “Pulka” (=Hälfte) und wurde wurde dann in “Polka” umgetauft – man vermutet damalige Sympathien für die seinerzeit unterdrückten Polen dahinter. Ein Vorläufer der Polka im Tschechischen Volkstanz ist die „Nimra“. Die Grundform ist eine Folge von Wechselschritten (kurz-kurz-lang) mit Betonung auf dem ersten Kurzschritt, also abwechselnd auf dem linken und rechten Fuß. Ursprünglich wurde dieser Wechselschritt in Böhmen mit einem Hüpfer eingeleitet, in deutschen Regionen wurde er mit einem Hüpfer abgeschlossen. Die meist beschwingt anmutende Polka hat zum Thema oft einen melancholischen Hintergrund beispielsweise von einer verlorenen Liebe. Die Melancholie steckt in den Harmonien, der fröhliche Rhythmus hält durch den Tanz dagegen.

In Österreich gibt es innerhalb der Polka-Tanzstile einige Varianten. So gibt es die langsame Polka Franze mit einem Hüpfschritt nach dem Wechselschritt, die etwas schnellere Böhmische Polka, ebenfalls mit einem Hüpfer nach dem Wechselschritt, der Polka im mittleren Tempo ohne Hüpfer und die Schnellpolka ohne Hüpfschritt.

In der Lausitz und im Spreewald erfreut sich die sogenannte Annemarie-Polka großer Beliebtheit, bei der die Geschwindigkeit zunimmt und die Paare immer schneller tanzen müssen.

In den USA werden im “Polka Belt” zwischen Milwaukee und Texas regelmäßige Volksfeste europäischer Einwanderer zelebriert, auf denen die Polka-Tänze ein große Rolle spielen und alte Traditionen kultiviert werden. Im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet entstand eine besonderen Form der Polka, der sogenannte Conjunto, bei dem Trillerpfeifen schnelle Akkordeonklänge begleiten.

Mazurka Tanz

Dezember 28th, 2007

Die Mazurka ist ein Volkstanz, der wie die meisten Volkstänze in den verschiedensten Tanzformen überliefert wird, unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Schweden, Norwegen und den Niederlanden. Der Begriff Mazurka leitet sich von der polnischen Landschaft Masuren ab. Der Tanzname Mazurek ist erstmalig 1345 überliefert. Weitere Namen des Volkstanzes sind der Warschauer (Varsovienne), die Polka Mazurka oder die Masollka (Tirol). Für gewöhnlich wird die Mazurka im 3/4 Takt gespielt. Hauptmerkmale sind die charakakteristische Walzerbegleitung mit einer tiefen Viertelnote (Bass) und zwei darauf folgenden höheren Viertelnoten (Akkord). Ebenfalls typisch ist dabei die Wiederholung von einzelnen Motiven, Themen und ganzen Teilen, die durch einen kontrastierenden Mittelteil getrennt sind.

Unter August dem Starken (1697 bis 1763) wurden die polnischen Tänze in Sachsen gefördert, doch diese Tänze fanden damals kaum Anklang bei der ländlichen Bevölkerung. Erst ab 1840 erhielt die Mazurka ihren Einzug über Paris, die dort als Gesellschaftstanz gepflegt wurde, in Deutschland und fand jetzt schnell Verbreitung. Gleichzeitig verbreitete sich auch die Varsovienne (Warschauer).
International bekannt wurde die Mazurka durch Frédéric Chopin, der etwa 60 Mazurkas für Klavier komponierte. Die Melodie der Mazurka steht ursprünglich häufig in Moll, im alpenländischen Volkstanz dagegen finden sich jedoch meist Melodien in Dur.
In Österreich werden drei Hauptformen unterschieden: die Polka-Mazurka, der Warschauer und die freie Mazurkaform.
Eine ursprünglich aus der Gascogne stammende Mazurkaform namens Mazurka de Samatan wird auch in Deutschland in der Bal-Folk-Szene als französische Mazurka getanzt. Sie besteht aus vier Teilen: dem ersten Mazurkaschritt nach links vom Tänzer, bei dem auf den dritten Schritt leicht gehüpft wird, einem Walzerschritt mit einer Viertel-Drehung nach links, dem zweiten Mazurkaschritt mit einer Rechtsdrehung und direkt angeschlossen einem Walzerschritt mit einer ganzen Drehung nach rechts. Das Besondere an dieser Mazurka ist, dass in seinem Verlauf das Paar eine Vierteldrehung nach links und danach eine 5/4-Drehung nach rechts tanzt. Ähnliche Formen gibt es etwa auch aus dem Schwarzwald

Hora Tanzen

Dezember 28th, 2007

In Rumänien gehört die Hora zu den traditionellen Tänzen. Es ist eine ländliche Ronde, die alle Tanzenden in einem großen geschlossenen Kreis vereint. Die Tänzer und Tänzerinnen halten sich an den Händen, machen diagonale Schritte, vorwärts und rückwärts, und drehen den Kreis in der Regel im Uhrzeigersinn. Die Teilnehmenden singen dabei den Text des Liedes und werden von Musikern mit Akkordeon, Geige, Bratsche, Bassgeige, Saxophon und oftmal mit der Panflöte begleitet. Die Hora wird oft zu Hochzeiten und während großer Volksfeste getanzt. Eine der bekanntesten ist die Hora Unirii.

Die Hora wird im 3/8-Takt gespielt mit rhythmischer Aktzentuierung auf dem ersten und dem dritten Schlag und lässt sich in die Reihe der traditionellen Reigen eingliedern, der einer der ältesten Tanzformen Europas ist. In den ländlichen Regionen entstand der Reigen um 1100 n. Chr. als nicht-kultischer Tanz.

Ursprünglich ist der Reigen ein Tanzlied, welches von den Tänzern selbst gesungen wird. Es stellt den Ursprung einiger musikalischer Genres dar. Die Tanzschritte und dazugehörige Melodien wurden in der Frühzeit mündlich überliefert und erst spät niedergeschrieben.
Der Reigen wurde von vier oder mehr Tänzern meist in einem geschlossenen Kreis ausgeführt, bei dem sich die Tänzer an den Händen fassten und nach dem jeweiligen Tempo der Musik schritten oder sprangen. Er wurde üblicherweise von einem Vorsänger bzw. Vortänzer angeführt. Bei einer großen Anzahl von Reigentänzern bildeten diese einen Kreis um die Spielleute. Daneben gab es offene Reigen, bei denen die Tänzer als Kette den Tanzplatz durchmaßen.

Die Hora ist eine südosteuropäische Besonderheit in Europa, hat sich dieser Volkstanz doch als einer der letzten bis in die Gegenwart gehalten.

Der Chorea Tanz

Dezember 28th, 2007

Chorea

Die Chorea ist im Prinzip eine der ältesten Tanzformen der Welt, die sich bis heute gehalten hat. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und ist eine Ronde, die von Sängern begleitet wird. (Chorea = Chor). Da Homer den Tanz bereits in der Ilias beschrieben hatte, liegen die Wurzeln des Volktanzes einige tausend Jahre zurück.
Der Rundtanz allgemein – oder auch Reigen genannt – als solcher ist aus alten kultischen Riten entstanden. Nahezu alle Völker haben zu unterschiedlichen Zeiten und vollkommen unabhängig voneinander Kreistänze entwickelt. Bekannt sind die oft für Touristen aufgeführten Kriegstänze einiger afrikanischer Stämme aber auch die der amerikanischen Ureinwohner.
Dem Anlass des Tanzes angepasst gab es reine Männertänze, etwa zur Kriegsvorbereitung, und reine Frauentänze, zum Beispiel Fruchtbarkeitstänze. Männertänze waren und sind in der Regel schneller und komplizierter. Häufig kamen Utensilien hinzu wie Stangen, Schwerter, Bänder und Kränze. Als Volksbrauch aus Deutschland ist der Tanz um den Maibaum bekannt. Auch wurden im Mittelalter religiöse Prozessionen als offene Reigen getanzt. Mit der Entwicklung des Paartanzes wurde der Reigen aufgegeben und nur noch in der Polonaise und im Kindertanz praktiziert.
Die Chorea kennt man vor allem in südosteuropäischen Ländern in Variationen der Tanzform sowie des Namens. So heißt der Tanz in Russland beispielsweise Khorovod, Hora in Rumänien und Horo in Bulgarien. In Ungarn wurden früher teilweise einige Tanzfolgen auch mit Chorea bezeichnet. Die verschiedenen kurzen Tänze hatten die Überschrift “Chorea ex C” wenn sie z.B. in C-Dur geschrieben wurden. Die Variante des begleitenden Gesanges findet ebenfalls Niederschlag in anderen Gruppen- oder Kreistänzen wie beispielsweise der englische Country dance im 17. Jahrhundert oder später im amerikanischen Square Dance.
Getragen von einem Gefühl der Zusammengehörigkeit wurden und werden heutzutage wieder verstärkt Kreistänze wie die Chorea, vor allem Tänze aus dem Balkan, Griechenland und der Türkei, außerhalb ihres Ursprungsgebietes getanzt.

Bauchtanz lernen

Dezember 28th, 2007

Der Bauchtanz, wie er heute bekannt ist, darf nicht isoliert von der Entwicklung des orientalischen Tanzes betrachtet werden. Der Begriff Bauchtanz wurde vermutlich im 19. Jahrhundert von den französichen Schriftstellern Émile Zola und Gustave Flaubert kreiert. Sie beschrieben den damals in Europa bekannt werdenden orientalischen Tanz als “Danse du ventre” (Tanz des Bauches). Es gibt bei der Begriffsbezeichnung eine weitere Theorie, die besagt, dass kann die arabische Bezeichnung “Raks Balady” zu der englischen Bezeichnung “Bellydance” (=Bauchtanz) geführt haben soll.

Der Bauchtanz geht auf seine Ursprünge in Ägypten zurück und bezeichnet den dortigen Solotanz der Frauen. Dort hatte der Tanz einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und die Frauen genossen als Künstlerinnen ein ebensolches Ansehen. Die Bewegungsmuster des Bauchtanzes sind regional verschieden. Während im arabischen Raum komplexere Bewegungen des ganzen Körpers mit Einhergehen des isolierten Beherrschens einzelner Körperpartien getanzt werden, wird der Bauchtanz im europäischen Raum oder in den USA mit mehr Betonung der Armbewegungen präsentiert. Manche Vertreterinnen halten sich eng an die ägyptische Tradition, andere haben Einflüsse aus anderen Tanzstilen und Musikrichtungen mit verarbeitet.

In den 1920er Jahren wurde hauptsächlich in den Kabaretts von Kairo der arabische Bauchtanz in seiner heutigen Form entwickelt und als Unterhaltungstanz aufgeführt.

Tsifteteli ist die griechische Bezeichnung für einen traditionellen orientalischen Tanz. Die Bezeichnung “Tsifteteli” ist eine Verballhornung des türkischen Worts Çiftetelli, was “zwei Saiten” oder “sich wie eine Schlange bewegen” bedeutet. Dieser Tanz ist in Griechenland landesweit verbreitet.

Ein charakteritisches Bauchtanzkostüm besteht aus einem Bedleh, das ist das eng anliegende reich verzierte Oberteil mit einem ebenso verziertem Gürtel und einem Rock. Das traditionelle Kostüm bzw. die folkloristische Kleidung verwendet Münzen als Verzierung und gleichzeitig als Geldanlage.

Die orientalischen Tanzkostüme sind bei ihrer Entwicklung auch den jeweiligen Modetrends unterworfen. Im klassisch orientalischen Tanz wird ein zu Beginn getragener Schleier nach dem Eingangspart der Musik von der Tänzerin auf der Bühne abgelegt.