Musik und Tanz

Discofox tanzen

Dezember 28th, 2007

Der Discofox ging aus dem Foxtrott hervor, als Mitte der 1970er Jahre die bis dahin frei improvisierenden Discotänzer wieder zur förmlicheren Tanzhaltung zurückkehrten und den klassischen Foxtrott um Elemente aus dem Swing und dem Boogie-Woogie erweiterten. Dabei entstand in den USA der Hustle, in Europa der Discofox, der 1979 in das Welttanzprogramm aufgenommen wurde. Erste Turniere wurden Ende der 1980er Jahre in der Schweiz ausgetragen. 1992 fand die erste Discofox-Weltmeisterschaft in Basel statt. Acht Jahre später folgte die zweite Weltmeisterschaft in Miami. Seitdem werden Europa- und Weltmeisterschaften jährlich durchgeführt.
Der Discofox ist heute neben der Salsa der populärste Paartanz in der Schweiz und in Deutschland, was an seiner technischen Einfachheit liegt. Weniger Verbreitung findet er im übrigen Europa oder Australien.
Der Tanz ist eine Mischung vieler verschiedener Elemente aus anderen Tänzen, weshalb er keine eigenen technischen Elemente entwickelt sondern aus denen anderer Tänze besteht. So kombiniert er die aus dem Foxtrott entwickelten Schrittfolgen mit der klassischen Tanzhaltung, der dem Swing eigene Improvisation, den Drehtechniken der lateinamerikanischen Tänze, den Wickelfiguren der Salsa und den akrobatischen Figuren des Rock ’n’ Roll und Boogie Woogie.
Der Discofox basiert auf dem 4/4-Takt, wobei jedoch der Takt nicht als Ganzes, sondern die Taktschläge einzeln gezählt werden. Im Discofox und dem eng verwandten amerikanischen Three Count Hustle umfasst ein Grundschritt drei Schläge, in anderen Stilrichtungen wie z. B. dem New York Hustle vier Schläge. Während im klassischen Discofox ein 3er-Schritt verwendet wird, d. h. auf drei Schläge fallen auch drei Schritte, wird im Three Count Hustle und dem Discofox nach Vorbild des Hustle ein 4er-Schritt verwendet, auf drei Schläge fallen demnach vier Schritte.

Charleston Tanz

Dezember 28th, 2007

Der Charleston, obwohl er weltweit erst in den 20er Jahren populär wurde, hat seine Ursprünge in der Wende zum 20. Jahrhundert. Der Tanz stammt aus der Hafenstadt Charleston in den Südstaaten der USA. Durch schwarze Arbeiter gelangte der eigentliche Straßentanz nach New York, wo er für Geld von schwarzen Jugendlichen vorgeführt wurde. Durch den neuen Tanzstil beeindruckt, lud der damalige Besitzer des “New Yorker Colonial Theatre” 1923 eine Gruppe ein, den Charleston auf der Bühne zu präsentieren. Das war die Geburtsstunde des schwarzen Musicals am Broadway. Einer breiten Öffentlichkeit durch das Musical “Running Wild” bekannt geworden, war das der Startschuss für den Tanzstil, weltweite Verbreitung zu finden. Und obwohl der Charleston ursprünglich von Schwarzen entwickelt wurde, etablierte er sich schnell als weißer Gesellschaftstanz ohne jedoch nicht vorher “gezähmt” zu werden, denn mit den virtuos vorgetragenen schnellen Tanzbewegungen der Schwarzen, konnte die weiße amerikanische Gesellschaft nicht mithalten.
Zur Beschreibung des damaligen Tanzstils schrieb ein amerikanischer Musical-Kritiker: “Der richtige Charleston wird mit dem ganzen Körper getanzt, also nicht nur mit den Beinen wie der Foxtrott oder Onestep. Er benutzt jene Bewegungen, die der Shimmy gebracht hat. Dazu kommen die Bein-Motionen, die abwechselnden X- und O-Beine.”
Gemäß einer auf Plattenhüllen abgedruckten Beschreibung, tanzte man den Charleston folgendermaßen: “Der Torso zittert, dazu die Bewegungen der Hüften, Schenkel und Hinterbacken. Auch die Hände sind aktiv, sie berühren alle Teile des Körpers wie in Ekstase. Dazu kommen die abwechselnden X- und O-Beine, damit verbunden die nach außen und innen gedrehten Knie und Füße. Der Tänzer kann seinen Rücken beugen oder gar in Hockstellung gehen.”
Das entsprechend schnelle Tempo passte zu den “Roaring Twenties” oder auch den “Wilden Zwanzigern” in Europa, wo Josefine Baker den Charleston bekannt machte.
So rasant wie der Charleston seinen Siegeszug um die Welt gemacht hatte, so schnell war er auch wieder verschwunden. Als 1929 die Weltwirtschaftskrise breite Gesellschaftsschichten in die Arbeitslosigkeitung und die Armut trieb, war für Tanz und Freizeit kein Geld mehr übrig.

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Boogie Woogie Tanz

Dezember 28th, 2007

Die Ursprünge des Boogie Woogie liegen in den USA 20er Jahren. Der Tanz wurde in den Music-Clubs der Schwarzen entwickelt.
In einem dieser Harlemer Clubs, dem New York Savoy Ballroom, entstand mit dem Swing ein Paartanz, der lediglich von der Improvisationskunst der tanzenden Protagonisten lebte. Eine formale Schrittfolge gab es nicht. Beim ursprünglichen Boogie Woogie war nahezu alles erlaubt, was einer Revolution gleichkam. Das Wichtigste war, dass sich die Paare zum Rhythmus der Musik bewegten. So entstand ein Mix aus der weißen Musik des Swing gepaart mit schwarzer Bewegungsimprovisation.
Der Boogie Woogie im Prinzip so getanzt wurde wie der Swing. Dennoch ergab sich für die Tanzenden zum “Schaukeln” aufgrund der schnellen Rhythmen keine Gelegenheit.
In den 50er Jahren erhielt der Boogie Woogie auch schnellen Einzug in Europa und durch die Jugend dankbar aufgenommen, die die Schrecken und Folgen des Zweiten Weltkrieges durch die wilde amerikanische Musik, die während des Dritten Reiches verpönt war und als “undeutsch” galt, teilweise zu kompensieren versuchten.
Der führende Herr hat beim frei zur Musik getanzten Boogie Woogie die Funktion, die Figuren einzuleiten und zu führen, wobei die Dame diesem folgt. Beide Tanzpartner haben einen schwierigen Part, da die Dame auf jede improvisierte Schrittfolge des Herrn reagieren muss, und der Herr sich innerhalb von Sekunden die für die Musik passenden Figuren überlegen muss, wobei er auf vorangegangene Impulse der Dame eingehen sollte.
Boogie Woogie heutzutage splittet sich in verschiedene Tanzstile. Der sogenannte Disco Boogie ist vergleichbar mit dem ursprünglichen Boogie Woogie. Der wesentliche Unterschied zu den anderen Stilen ist, dass Disco Boogie normalerweise im 4er-Schritt getanzt wird. Der Lokal Boogie wird in Lokalen getanzt. Grundschritt ist im Normalfall der 4er Schritt, wogegen der Turnier Boogie von Turniertänzern praktiziert wird. Hierbei ist der Grundschritt der 8er-Schritt bis aufwärts zum 11er-Schritt.

Blues Tanzen

Dezember 28th, 2007

Blues als Tanz ist wie viele anderen Tänze, die sich in den USA in den 20er Jahren entwickelt haben, afrikanischen Ursprungs, wobei er nie den Status eines Gesellschaftstanzes, der in großen Ballsälen getanzt wurde, erreichte. Das liegt in der Natur der Sache, da der Blues dadurch, dass er eng und langsam getanzt wird, einen weitaus intimeren Charakter hat als beispielweise ein Wiener Walzer.
Der Blues wurde in kleineren Musikbars und bei Blues-Haus-Partys getanzt und blieb daher strenger an die Bewegungsformen des afrikanischen Tanzes gebunden, nicht nur in der Bewegung der Hüften, sondern auch damit, dass er innerhalb eines deutlich begrenzten Raumes stattfindet.
Blues Musik und Blues Dance gehören zusammen, da sich die Ausdrucksformen des Tanzes jeweils individuell auf die Musik beziehen, zu der getanzt wird. Daher gibt es wie bei Standardtänzen auch keine strenge Schrittfolge, die einzuhalten ist. Das Tanzpaar drückt unmittelbar die Emotionalität der Musik in seinen gemeinsamen Bewegungen aus. Es gibt lediglich einen Grundschritt, “Walking” genannt, der von den Tänzern sowohl auf der Stelle als auch gehender Weise umgesetzt werden kann.
Daher ist es auch nicht möglich, den Blues als Tanz zu “lernen”. Das bloße Umsetzen des Grundschrittes in die Praxis durch ein Paar, welches sich nicht unbedingt nahesteht, kann dann auch nicht Blues genannt werden. Blues zu tanzen setzt Körperbewusstsein, Ausdruckskraft und Kreativität und die Fähigkeit zur Interpretation voraus. Ursprünglich wurde der Blues zu melancholisch-schwermütigen Love-Songs getanzt. Der Stil hat sich bis heute gehalten und wird nach wie vor eher auf privaten Partys als in Diskotheken getanzt.
Für diejenigen, die dennoch den Grundschritt zumindest theoretisch kennenleren möchten: der führende Herr macht mit dem linken Fuß einen Schritt nach links mit anschließender Belastung, die Dame macht den gleichen Schritt entsprechend mit rechts. Der Herr zieht den rechten Fuß nach gemäß dem Seit-Schluss-Prinzip, die Dame mit links. Darauf basierend steht es den Tanzenden frei, sich gemäß der Musik auf der Stelle, oder mit variierter Schrittfolge sich durch den Raum zu bewegen.

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Balboa Tanz

Dezember 28th, 2007

Balboa ist ein Paartanz, der sich in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA größter Beliebtheit erfreute. Der Tanz erlebt heute ein Come Back – so auch in Deutschland. Seinen Ursprung hat der Balboa in Los Angeles der 30er Jahre. Die dortige Halbinsel “Balboa Island” gab dem Tanz seinen Namen.

Es gibt zwar verschiedene Theorien um die Entstehungsgeschichte, die wahrscheinlichste ist die, dass sich der Balboa aus den Grundschritten des Foxtrott entwickelt hat. Die in den USA damals üblichen Ballsäle wurden für die üblichen Standardtänze von den Tanzpaaren gegen den Uhrzeigersinn raumgreifend genutzt. Als der Swing immer beliebter wurde, überfüllte diese Entwicklung die Tanzsäle, dass die Paare gezwungen waren, mehr auf der Stelle zu tanzen. So wurde der Grundschritt des Foxtrott im Stil des Balboa modifiziert.

Zu Beginn seiner Entwicklung wurde Balboa von vornehm gekleideten Tänzern in geschlossener Tanzhaltung getanzt. Die aufgrund des zunehmenden Platzmangels engere Tanzhaltung und trickreichere Fußarbeit des Balboa wurden für den Tanz typisch. In vielen Ballsälen war es sogar verboten, sich während des Tanzes für einen sogenannten Break-Away zu lösen.
Bei der Entwicklung des Balboa sind zwei Grundformen entstanden. Der Pure Balboa wird sehr eng und mit viel Variation der Schritttechnik getanzt, während der Bal Swing Break-Aways für Drehungen und Spins erlaubt. Für den Bal Swing ist der Wechsel zwischen enger Tanzhaltung und Break-Away charakteristisch.

Balboa ist geradezu prädestiniert bei voller Tanzfläche und für das Tanzen auf schnelle Musik besonders geeignet, lässt sich aber ebenso bei langsameren Tempo tanzen. Um die Tanztechnik für schnelle Drehungen und Figuren möglich zu machen, stehen die Tänzer sehr eng zusammen und berühren sich fast von der Hüfte bis zur Schulter, was auch das Führen leichter macht.
Balboa basiert auf dem 8-Count Prinzip. Der Grundschritt sieht vor, dass der führende Herr den ersten Schritt mit dem linken Fuß rückwärts beginnt, die Dame folgt mit dem rechten Fuß vorwärts, beide tanzen einen Schritt seitwärts, der Herr vollzieht einen Kick nach vorn mit dem linken Fuß, die Dame mit rechts einen Kick nach hinten. Diese Grundbewegung wiederholt sich jetzt für beide Tänzer umgekehrt, was den Effekt hat, dass man sehr virtuos auf der Stelle tanzen kann. Figurvariationen wie beispielweise Push and Pull, Lollies, Paddles, Fall off the log, Turn around und der Texas Tommy runden das Bild ab.

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