Musik und Tanz

Swing Tanzen

Januar 15th, 2008

Swing bezeichnet zum einen eine Stilrichtung des Jazz, der seine Ursprünge in der Zeit der 1920er und 1930er Jahre in den USA hat. Dort bildete sich aus vorangegangenen Stilrichtungen, wie dem Dixieland und dem Chicago-Jazz eine neue Musikrichtung heraus, die ihre Beliebtheit aus ihrer Tanzbarkeit ableitete.Zum anderen wird mit Swing wird eine ganze Gruppe von Tänzen bezeichnet, und ist zunächst die Bezeichnung für einen Tanzstil, welcher sich aus den afrikanischen Rhythmen Yoruba und Bantu sowie weißer Marschmusik entwickelte und in allen älteren Formen der Jazzmusik vorherrschend ist. Der Tanz entstand in den 1920er Jahren in New Yorks und wurde zur Musik der Big Bands, die die Jazzmusik zur orchestralen Swingmusik weiterentwickelten, gespielt.

Die ursprüngliche Form des Swing stammt aus dem Hotel Savoy in Harlem und wurde als Lindy Hop oder Savoy-Style Swing bezeichnet. Die bekannteste Variante ist der Hollywood-Style Swing oder auch “Dean Collins Style” genannt. Er entwickelte sich Ende der 1940er, Anfang der 1950er Jahre. Der Hollywood-Style war das weiße Gegenstück zum schwarzen Savoy-Style und wurde so benannt, weil er hauptsächlich für die Filmindustrie in Hollywood getanzt wurde. Wesentlich für die Filmumsetzung war, dass der Swingtanz durch verstärkte Showeinlagen zum Zweck einer telegeneren Wirkung präsentiert werden musste. So entfernte er sich von seinen ursprünglichen Wurzeln.

Die mitreißende Energie des Swing, die jazztypischen Improvisationen und die Offenheit für andere musikalische und tänzerische Einflüsse und andere Stile, haben zu einem weiten Spektrum an typischen Bewegungselementen geführt, welches sich bis heute weiter entwickelt.
Seit etwa 1985 gibt es ähnlich wie beim argentinischen Tango oder der Salsa ein Come Back des Swing in Europa.

Square Dance

Januar 10th, 2008

Der Square Dance ist ein typisch amerikanischer Volkstanz. Die bei diesem Tanz verwendeten Figuren stammen von den in Europa des 17. und 18. Jahrhunderts entwickelten Gesellschaftstänzen ab. Der englische Morris Dance und English Country Dance sowie die französische Quadrille standen Pate bei den zu tanzenden Figuren. Ebenfalls gemeinsam ist der sogenannte Caller, der durch Ansagen die zu tanzenden Figuren bestimmt.

Jeweils vier Tanzpaare stehen sich in einem Quadrat oder “Square” gegenüber und führen zur Musik Figurenfolgen aus, die durch die Calls von einem Caller in gesprochener oder gesungener Form vorgegeben werden. Die kombinierten Calls sind international so genormt, dass jeder Square Dancer in jeder anderen Square Dance Gruppe auf der Welt zu den Calls tanzen kann.

Es existieren zwei unterschiedliche Arten des Tanzes. Der traditionellen Square Dance und der Western Square Dance oder auch “Modern Western Square Dance” bzw. “Modern American Square Dance” genannt, haben zwar etliche Gemeinsamkeiten bezüglich einiger Calls, variieren aber bei der jeweiligen Ausführung. Der Western Square Dance findet heutzutage weltweit Verbreitung und erfreut sich großer Beliebtheit.

Der traditionelle Square Dance nur noch vereinzelt getanzt und zeichnet sich durch die traditionelle “Country-Dance”-Musik aus. Die musikalischen Wurzeln stammen noch aus Kanada, Schottland und Irland. Bei den Vorführungen wird die Musik fast ausschließlich live gespielt.

Im Western Square Dance ist die meist vom Band gespielte Musik ein Mix aus Popmusik, traditioneller und moderner Country- und Westernmusik, Musicals und Schlagern. Lediglich der Caller gibt live seine Anweisungen.

Während es beim traditionellen Square Dance fest vorgegebene Choreographien gibt, ist die Reihenfolge der Figuren beim “Western Square Dance” spontan. Hier müssen sich die Tanzpaare besonders auf den Caller konzentrieren, weil dieser spontan die nächste Figur bestimmt.

International haben sich aus dem Square Dance heraus weitere Variationen herausgebildet. Der Round Dance ist eine Kombination aus Gesellschaftstanz und Square Dance und wird paarweise auf einer großen Kreisbahn getanzt. Clogging ist eine Entwicklung des Stepptanzes und kann einzeln oder in Formationen vorgetragen werden. Der Contra Dance gleicht dem Square Dance, wobei die Paare nicht im Quadrat formiert sind sondern sich in zwei langen Reihen gegenüberstehen.

Lindy Hop Tanzen

Dezember 28th, 2007

Es ranken sich bei der Namensgebung des Lindy Hop einige Legenden um die Ursprünge des Begriffes. Einige Theorien besagen, dass Charles Lindbergh, der erste Mann, der den Atlantik im Flugzeug überquert hatte, Pate des Lindy Hop war.
Der Lindy Hop entstand in den 30er Jahren im Savoy Ballroom in New York. Da dieses Hotel sozusagen als Schmelztiegel für die Vermischung von schwarzer und weißer Musik galt, da hier alle Gesellschaftsschichten sämtlicher Ethnien aufeinandertrafen, liegt es nahe, dass der Lindy Hop, wie andere Musik- und Tanzstile auch, von hier aus Verbreitung fand. Er ist ein Tanzstil, den Charleston, Break-Away, Step-Tanz, andere Jazz-Tänze, traditionelle westafrikanische, aber auch europäische Tänze prägten. Als Gesellschaftstanz wird er vor allem zu zweit getanzt, wobei der Spaß an der Harmonie, dem Austausch von Bewegungsideen während des Tanzes und an der Musikinterpretation im Vordergrund steht. Er ist eng verwandt mit dem parallel dazu entstandenen Jitterbug und gehört zu den Tanzformen des Swing. Der Lindy Hop lebt von seiner charakteristischen Virtuosität und von seiner Improvisation, die ebenfalls für den Jazz typisch ist.
Der Tanz wurde von den “Whiteys Lindy Hoppers”, einer Showgruppe verbreitet, die ihren Tanz-Stil in den 1930er- und 1940er-Jahren auf den Bühnen in den USA, Europa und Australien populär machte. Der Tänzer der Gruppe, Frankie Manning entwickelte während dieser Zeit auch die ersten “Aerials“ – virtuos zur Musik passenden eingebaute Akrobatikelemente.
Seit Anfang der 80er Jahre erfreut sich der Lindy Hop auch in Europa zunehmender Begeisterung. 2005 gab es in London und New York bereits eine mehrere tausend Tänzer umfassende Fan-Gemeinde. Auch in anderen Großstädten trainieren Anhänger des Lindy Hop regelmäßig und veranstalten öffentliche Partys.

Jive Tanzen

Dezember 28th, 2007

Der Ursprung des in der Charakteristik schnell und in virtuosen Figuren und lebensfroh getanzten Jive liegt in den USA der 30er Jahre. Er basiert auf Elementen afroamerikanischer Tänze, beispielsweise dem Blues Swing, dem Boogie-Woogie und dem Jitterbug. Parallel zu den USA entwickelte sich in England eine elegantere Variante des Jive. Der Tanz hielt nach dem Zweiten Weltkrieg auch im übrigen Europa Einzug.
Der Jive hat von der Optik eine große Ähnlichkeit mit dem Boogie-Woogie und dem Rock ‘n’ Roll. Der ausdrucksvolle und viruose Tanz wurde ins Welttanzprogramm aufgenommen und wird auf Tanzturnieren paarweise getanzt. Charakteristisch ist die Vielzahl der offenen Figuren.

Typisch für den Jive ist der schnelle und eingängige Rhythmus und die schnelle Schrittsetzung pro Takt. Er wird im Vier-Viertel-Takt getanzt. Dabei können die Takte pro Minute beim Tanzen wechseln und von 44 Takten bis hin zu 32-40 Takte pro Minute variieren. Die Musik, die sich zum Tanzen des Jive am besten eignet, ist Rock ‘n’ Roll und Popmusik. Beim Jive-Grundschritt stehen sich beide Partner gegenüber. Die Bewegung verläuft seitwärts und endet wieder in der Ausgangsposition. Das Charakteristische am Jive ist der doppelte, schnell ausgeführte Wechselschritt. Die Haltung ist beim Jive lockerer als bei den anderen lateinamerikanischen Tänzen. Die Knie werden nie ganz durchgestreckt und alle Bewegungen laufen fließend.
Die Hüften verbleiben wie beim Merengue über dem Standbein und erst nach dem Gewichtswechsel folgt sie auf die andere Seite. Die Schritte im Jive werden über den Ballen und die Innenkante der Füße angesetzt. Der Jive wird in der offenen Tanzhaltung getanzt, wobei der Herr mit seiner linken Hand die rechte Hand der Dame hält.

Foxtrott

Dezember 28th, 2007

Der Foxtrott ist zwischen 1910 und 1915 in den USA entstanden. Über die Wurzeln der Namensgebung wird bis heute spekuliert, geht aber vermutlich auf auf den Schauspieler Harry Fox zurück, der für sein damals populäres Varieté “Harry Fox & the Zigfeld Follies” Schritte aus Onestep und Castle Walk übernahm. Fox verbreitete so diesen Tanz in der Öffentlichkeit. Der Foxtrott wurde zum Inbegriff für eine Reihe von Geh- und Schreittänzen, von denen die meisten nicht mehr existieren. Der Foxtrott nahm ebenfalls Elemente des Ragtime und des Twostep auf.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg gelangte der Foxtrott nach Europa. 1920 wurden die bis dahin bestehenden Schrittfolgen auf einer Konferenz in England neu sortiert. Seit 1924 entwickelten sich zwei Varianten des Foxtrott. Der Slowfox, der wesentlich langsamer getanzt wird, existiert neben dem schnelleren Quickstep. Während Slowfox und Quickstep technisch sehr anspruchsvoll sind, ist der Foxtrott einfach in der Schrittfolge und damit unkompliziert zu lernen. Die Schritte werden normal gesetzt, besondere Körperhaltungen, Posen oder schwierige Figuren gibt es nicht. Der Foxtrott ist im Grunde ein in der Komplexität reduzierter Quickstep, der dazu dient, Tanzschülern den Einstieg zu erleichtern. Deswegen wird auch auf praktisch jegliche Technik verzichtet.

Der Foxtrott wird auf Musik im 4/4-Takt getanzt, wobei ein kompletter Grundschritt sechs Schläge und damit anderthalb Takte umfasst. Die Geschwindigkeit ist in einem weiten Rahmen möglich. Bei 34 bis 42 Takte in der Minute ist der Foxtrott einfach zu tanzen. Der Grundschritt ist auf den Takt bezogen zeitlich versetzt, wie es auch bei der Nachfolgervariante Discofox der Fall ist. Der Foxtrott wird normalerweise auf Popmusik getanzt, ist aber in Tanzschulen besonders deswegen beliebt, weil er sich auch gut auf den trendigeren Hip Hop tanzen lässt.

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