Vals Tanzen
Der Vals ist eine mit dem Walzer gekreuzte Tanzvariante des Tango Argentino und heißt in der vollständigen Bezeichnung Vals Cruzado.
Es ist wahrscheinlich, dass der Walzer im 19. Jahrhundert durch europäische Einwanderer nach Südamerika importiert wurde und man bei gleichzeitiger Entwicklung des Tangos begannen, den Tango im Walzer-Takt zu tanzen. Dies ist insofern wenig verwunderlich, da zu Zeiten verstärkter Immigration in Südamerika sich die verschiedensten afrikanischen, spanischen, französischen, englischen und kreolischen Tanzstile in einem permanenten Entwicklungsstadium befanden und die Tanzstile häufig vermischt wurden.
Bei der Entstehung des Tango wurde ähnlich mit den verschiedenen Musikstilen improvisiert. Fortan wurde der Vals wird wie der Wiener Walzer im 3/4-Takt gespielt. Der Vals wird mit den gleichen Schrittelementen getanzt wie der Tango, allerdings viel weicher und in seinem Dreier-Rhythmus. Daher müssen für den Paso basico in einem Takt 2 Schritte in der Zeit halbiert werden, bzw. 2 Schritte werden verdoppelt. Das heißt, dass der 3. und 4. Schritt auf ein Taktteil komprimiert wird, denn der 4. Taktteil ist beim Walzertakt nicht vorhanden. Beim Pasa Basico (Grundschritt) wird der 4. und 5. Schritt und der 7. und 8. Schritt verdoppelt.
Im Gegensatz zum Tango Argentino werden beim Vals keine stoppenden Figuren und Schritte verwendet, sondern eher schwingend, in einem kontinuierlichen Fluss und wenig raumgreifend getanzt.
Wegen der unterschiedlichen Adaptionen des Walzers in Lateinamerika ist eine Unterscheidung in Vals cruzado – im Gegensatz zumVals criollo oder zum Vals Peruano üblich.
Seine Bedeutung als Variante des Tango Argentino erhält er durch die Beliebtheit bei den Milongas (Bezeichnung für die Tango Argentino-Tanzabende). Neben dem klassischen Tango und dem Tanz Milonga stellt der Vals einen Hauptanteil, der auf keinem Tanzabend fehlen sollte.